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EUDR bei Werbeartikeln: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Autorenbild: An Bui
An Bui
12. Sept. 2024
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 22 Stunden


Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) verändert die Anforderungen an viele Produkte aus Holz, Papier, Kaffee oder Kakao. Unternehmen, die Werbeartikel, Merchandise oder Corporate Gifts beschaffen, werden zunehmend mit Fragen zu Herkunft, Nachweisen und Lieferketten konfrontiert.

In diesem Beitrag erklären wir, welche Auswirkungen die EUDR bei Werbeartikeln haben kann, welche Produktgruppen betroffen sind und worauf Unternehmen bei zukünftigen Beschaffungsprojekten achten sollten.


Key Takeaways:


  • Die EUDR soll Entwaldung und Waldschädigung in globalen Lieferketten reduzieren.

  • Betroffen sind unter anderem Holz-, Papier-, Kaffee-, Kakao- und bestimmte Kautschukprodukte.

  • Für Werbeartikel sind insbesondere Notizbücher, Holzprodukte, Papiertragetaschen und einige Lebensmittelartikel relevant.

  • Die konkrete Verantwortung hängt davon ab, ob ein Unternehmen als Marktteilnehmer oder Händler auftritt.

  • Zertifikate wie FSC können hilfreich sein, ersetzen die gesetzlichen Pflichten jedoch nicht.


Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die EUDR?

  • Warum wurde die Verordnung eingeführt?

  • Welche Werbeartikel können betroffen sein?

  • Marktteilnehmer oder Händler: Wo liegt der Unterschied?

  • Welche Nachweise werden benötigt?

  • Welche Rolle spielen FSC und andere Zertifikate?

  • Was bedeutet das für Beschaffung und Lieferketten?

  • Wie geht Verticas mit dem Thema um?

  • FAQs


Was ist die EUDR und warum wurde sie eingeführt?


Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, EU Deforestation Regulation) verfolgt das Ziel, Entwaldung und Waldschädigung weltweit zu reduzieren. Die Verordnung soll sicherstellen, dass bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte nur dann auf dem europäischen Markt bereitgestellt oder gehandelt werden dürfen, wenn sie nachweislich nicht mit Entwaldung in Verbindung stehen. Die EUDR betrifft unter anderem Holz, Kakao, Kaffee, Kautschuk, Soja, Palmöl und Rinderprodukte sowie zahlreiche daraus hergestellte Erzeugnisse.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Lieferketten werden transparenter, Dokumentationsanforderungen steigen und die Nachvollziehbarkeit bestimmter Rohstoffe gewinnt an Bedeutung.


Für die Werbeartikelbranche ist das besonders relevant, da viele Produkte Holz-, Papier- oder Kartonbestandteile enthalten oder Rohstoffe wie Kaffee oder Kakao nutzen. Die Anforderungen der EUDR bei Werbeartikeln können deshalb für zahlreiche Produktgruppen entlang der Lieferkette relevant werden.


Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetzestexte, Leitlinien und behördlichen Vorgaben.


Ab wann gelten die Anforderungen der EUDR?


Die genauen Anwendungsfristen und Übergangsregelungen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Unternehmen sollten sich deshalb bei aktuellen Fragestellungen immer auf die jeweils gültigen gesetzlichen Vorgaben und behördlichen Informationen beziehen.


Welche Werbeartikel können von der EUDR betroffen sein?


Die EUDR bei Werbeartikeln bezieht sich nicht auf Werbeartikel als eigene Produktgruppe, sondern auf bestimmte Rohstoffe und die dazugehörigen Warengruppen.

Im Bereich Werbeartikel und Merchandising können insbesondere Produkte mit Holz-, Papier-, Kaffee- oder Kakaobezug relevant sein. Dazu gehören beispielsweise:


  • Notizbücher

  • Papiertragetaschen

  • Holzschlüsselanhänger

  • Servierbretter

  • Holzschalen

  • Werbeschokolade

  • Kaffeeprodukte


Welche Anforderungen konkret gelten, hängt jedoch von der jeweiligen Produktkategorie, den zugrunde liegenden Rohstoffen und der regulatorischen Einordnung des Produkts ab.

Bereits bei der ersten Auseinandersetzung mit der Verordnung lag unser Fokus insbesondere auf Holzprodukten im Werbeartikelbereich. Dazu gehörten beispielsweise Servierbretter, Holzschalen, Schuhlöffel oder andere Produkte mit Holzbestandteilen. Heute zeigt sich jedoch, dass Unternehmen die EUDR deutlich breiter betrachten sollten, da je nach Produktkategorie auch Papier-, Kaffee-, Kakao- oder weitere Rohstoffgruppen relevant sein können.


Betrifft die EUDR bei Werbeartikeln auch Notizbücher, Papiertragetaschen und Holzprodukte?


Diese Frage begegnet uns derzeit besonders häufig.


Aus Sicht von Werbeartikeln stehen vor allem Produkte im Fokus, die Holz- oder Papierbestandteile enthalten. Dazu können beispielsweise Notizbücher, Papiertragetaschen, Holzschlüsselanhänger, Servierbretter oder andere Werbeartikel aus Holz gehören.

Gleichzeitig zeigt die aktuelle Diskussion rund um die EUDR, dass nicht jedes Papier- oder Holzprodukt automatisch in gleicher Weise betroffen ist. Die Einordnung erfolgt auf Basis der jeweiligen Produktkategorie und regulatorischen Vorgaben.


Für Unternehmen bedeutet das:

Wer regelmäßig Werbeartikel aus Holz, Papier oder Karton beschafft, sollte sich frühzeitig mit den Anforderungen der eigenen Lieferkette beschäftigen und die relevanten Informationen strukturiert dokumentieren.


Gerade bei individuell produzierten Werbeartikeln oder Direktimporten gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.


Marktteilnehmer oder Händler: Warum dieser Unterschied wichtig ist


Ein zentraler Bestandteil der EUDR ist die Unterscheidung zwischen Marktteilnehmern und Händlern. Für viele Unternehmen ist diese Frage wichtiger als die eigentliche Produktkategorie.

Vereinfacht dargestellt:


Marktteilnehmer bringen relevante Produkte erstmals auf den europäischen Markt oder importieren diese in die EU.


Händler stellen Produkte innerhalb der Lieferkette bereit, nachdem diese bereits auf dem Markt verfügbar sind.


Welche Pflichten konkret erfüllt werden müssen, hängt maßgeblich von dieser Rolle ab.

Für Beschaffungsteams und Einkaufsverantwortliche bedeutet das, dass nicht jedes Unternehmen automatisch denselben Dokumentations- und Prüfaufwand hat.

Insbesondere bei internationalen Beschaffungsprojekten lohnt sich deshalb eine frühzeitige Abstimmung mit Lieferanten und gegebenenfalls die Prüfung der eigenen Rolle innerhalb der Lieferkette.


Welche Nachweise werden für die EUDR benötigt?


Die EUDR erhöht die Anforderungen an die Dokumentation bestimmter Rohstoffe und Produktgruppen. Welche Informationen tatsächlich erforderlich sind, hängt von der Rolle innerhalb der Lieferkette sowie vom jeweiligen Produkt ab.


In der Praxis spielen unter anderem folgende Informationen eine Rolle:


  • Herkunft der verwendeten Rohstoffe

  • Informationen zu Lieferanten und Herstellern

  • Produktklassifizierungen und Warengruppen

  • Dokumentation entlang der Lieferkette

  • produktspezifische Nachweise und Erklärungen


Aus unserer Erfahrung zeigt sich, dass die frühzeitige Abstimmung mit Herstellern und Lieferanten entscheidend ist. Je später Informationen zur Lieferkette angefragt werden, desto aufwendiger wird häufig die Beschaffung der erforderlichen Unterlagen.


Reicht ein FSC-Zertifikat als Nachweis?


Nein. Zertifikate können wichtige Informationen liefern, ersetzen jedoch nicht automatisch die Anforderungen der EUDR. Dies gilt auch für bekannte Standards wie FSC. Zertifizierungen helfen dabei, die Herkunft bestimmter Materialien nachvollziehbarer zu machen und zusätzliche Informationen zur Lieferkette bereitzustellen.


Die Verantwortung für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen lässt sich jedoch nicht durch das Vorhandensein eines einzelnen Zertifikats vollständig ersetzen. Unternehmen sollten Zertifikate daher als wichtige Informationsquelle betrachten, sie jedoch immer im Zusammenhang mit den weiteren Anforderungen der jeweiligen Lieferkette bewerten.


Was bedeutet die EUDR für die Beschaffung von Werbeartikeln?


Aus unserer Sicht wird die Beschaffung von Werbeartikeln durch regulatorische Anforderungen wie die EUDR bei Werbeartikeln in den kommenden Jahren noch stärker von Transparenz und Dokumentation geprägt sein.


Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits heute intensiver mit Fragen wie:


  • Woher stammen die eingesetzten Materialien?

  • Welche Informationen liegen zur Lieferkette vor?

  • Welche Nachweise können bereitgestellt werden?

  • Welche Standards gelten für Lieferanten?


Die EUDR ist dabei nur ein Beispiel für die zunehmenden Anforderungen an Transparenz in globalen Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie wichtig langfristige Lieferantenbeziehungen, strukturierte Beschaffungsprozesse und nachvollziehbare Dokumentationen werden. Gerade bei individuellen Werbeartikeln, Sonderanfertigungen oder internationalen Produktionen gewinnt dieser Aspekt deutlich an Bedeutung.


Wie geht Verticas mit den Anforderungen um?


Lieferketten, Herkunftsnachweise und nachhaltige Beschaffung sind für uns keine neuen Themen. Bereits im Jahr 2024 haben wir unsere Kunden über die damaligen Auswirkungen der EUDR auf bestimmte Holzprodukte informiert. Seitdem beobachten wir die regulatorischen Entwicklungen kontinuierlich und stimmen uns mit Herstellern, Lieferanten und Partnern über neue Anforderungen ab.


Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements spielen unter anderem folgende Themen eine wichtige Rolle:


  • Lieferantenbewertung

  • Auditierungen

  • Qualitätskontrollen

  • Transparenz entlang der Lieferkette

  • Nachhaltige Beschaffung

  • Zusammenarbeit mit externen Prüf- und Kontrollstellen


Darüber hinaus beobachten wir regulatorische Entwicklungen wie die EUDR kontinuierlich und stimmen uns mit Herstellern, Lieferanten und Partnern über neue Anforderungen ab.

Unser Ziel ist es, Kundenprojekte auch künftig unter Berücksichtigung sich verändernder regulatorischer Rahmenbedingungen professionell begleiten zu können.


Welche Rolle Lieferantenbesuche und der direkte Austausch mit Produzenten spielen können, haben wir auch in unserem Beitrag zur Beschaffungsreise nach Istanbul beschrieben.


FAQs

Was bedeutet EUDR?

Die EUDR ist die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten und soll sicherstellen, dass bestimmte Rohstoffe und Produkte nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen.

Je nach Material und Zolltarifnummer können beispielsweise Holzprodukte, Papierartikel, Kaffeeprodukte oder Werbeschokolade betroffen sein.

Papierbasierte Produkte können unter die Regelungen fallen. Die konkrete Einordnung hängt jedoch vom jeweiligen Produkt und seiner Klassifizierung ab.

Je nach Produktkategorie können auch bestimmte Kaffee- oder Kakaoerzeugnisse von den Anforderungen der EUDR betroffen sein. Die konkrete Einordnung hängt vom jeweiligen Produkt und dessen Klassifizierung ab.

Nicht zwingend. Zertifikate können wichtige Informationen liefern, ersetzen aber nicht automatisch alle Anforderungen der Verordnung.

Die Rolle innerhalb der Lieferkette bestimmt, welche gesetzlichen Pflichten erfüllt werden müssen.

Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Produkte potenziell betroffen sind und welche Informationen entlang der Lieferkette verfügbar sind.


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